Die Vereinsgeschichte

Das Spielmanns- und Fanfarencorps Homberg a. d. Ohm wurde gegründet im Jahr 1951 als reiner Spielmannszug der Freiw. Feuerwehr. Die Besetzung damals bestand aus hölzernen B-Flöten und Trommeln. In den ersten Jahren wurden viele regionale Veranstaltungen besucht, vornehmlich Feuerwehrfeste und Feste in der näheren Umgebung von Homberg. 

Das Instrumentarium wurde aber nach und nach immer wieder erweitert. So kam u.a. ein großes Schlagzeug hinzu und in 1958 wurde eine Lyra angeschafft. 

Die damaligen Mitglieder

In den Jahren 1951 bis 1960 war der Personalstand fast konstant; es stellte sich aber dann das Problem ein, dass viele Mitglieder der ersten Stunde nicht mehr aktiv sein wollten und man versuchte eine große Nachwuchswerbeaktion zu starten. Diese hatte auch vollen Erfolg und einige der damaligen Nachwuchsleute sind heute noch im Verein aktiv und bilden den harten Kern des Vereins. Seit der Gründung führte Herbert Dörner den Spielmannszug als Stabführer. 

Im Jahr 1963 kam es zu einem Wechsel und Herbert Franz übernahm die Stabführung. Die Jugendarbeit wurde intensiviert und man spielte erstmals auch bei größeren Veranstaltungen, z.B. den Hessentagen. 

1969 gab Franz sein Amt ab und wurde von Hans-Joachim Pfeil abgelöst. Bereits ein Jahr zuvor waren auf Initiative von Herbert Franz Fanfarenbläser ausgebildet worden; aus dem reinen Spielmannszug war also ein Spielmanns- und Fanfarenzug geworden. Dies führte natürlich dazu, dass man auch eine veränderte Musikliteratur brauchte, viele der alten Musikstücke wurden nicht mehr gespielt, viele neue Stücke wurden einstudiert. 

Wertungsspiele wurden vermehrt besucht, nicht ganz ohne Risiko, aber mit Erfolg. 

Anfangs der 70er Jahre kam dann auch Herr Siegfried Hartmann aus Hüttenthal-Weidenau in unregelmäßigen Abständen in die Probe der Homberger Spielleute. Für die damalige Zeit, den damaligen Musikstil bei den "gemischten Gruppen", und für das damalige Instrumentarium brachten die Besuche dieses Komponisten die ersten große Erfolge. Man spielte nun auch außerhalb Hessens bei verschiedenen Wertungsspielen und war sehr erfolgreich. Gleichzeitig wurde auch das Instrumentarium weiter verbessert. Zunächst wurden zwei Waldhörner und dann vier Waldhörner in Es-Stimmung angeschafft, später dann spielte man auf zehn Hörnern. Auch wurden vier Bariton als Naturtoninstrumente besorgt, zunächst gebraucht dann neu; bis vor drei Jahren neue Basstrompeten aus Frankreich beschafft wurden. 

Anfang der 80er Jahre wurde dann zunächst eine Tuba, später dann eine zweite Tuba beschafft. 

Urkunde vom Bundeswerungsspielen.
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Wieder wurden neue Musikstücke notwendig, denn ein verbessertes Instrumentarium bedeutet auch immer die Beschaffung neuer Notenliteratur. In 1980 wurden alle Bemühungen, die man seither in musikalischer Hinsicht unternommen hatte, durch einen schönen Erfolg belohnt: Das Spielmanns- und Fanfarencorps wurde Bundessieger der Feuerwehren in Hannover. Ein weiteres Highlight war die Beschaffung einer originalgetreuen historischen Uniform. Diese wurde anlässlich der 750-Jahrfeier Hombergs angeschafft und dieses andere "Outfit" brachte auch wieder einen größeren Umfang an musikalischen Verpflichtungen mit sich. Die Uniform ist eine Nachbildung der Uniform der früheren Großherzoglich-Hessischen Garde-Füsilier-Regiement aus dem Jahr 1813. Hessen-Darmstadt musste damals für Napoleon Truppen zur Verfügung stellen, die sich nach der Völkerschlacht bei Leipzig auf die Seite Preußens, Österreichs und Russlands stellten. Dieses hessische Regiment nahm an den Befreiungskriegen teil und verfolgte napoleonischen Truppen bis nach Paris. 

Nach den Befreiungskriegen ging aus dem Regiment das Großherzoglich-Hessische Infanterie-Regiement 116 hervor. Dieses bestand bis 1918 und dann noch einmal von 1935-1945. 

Nur in ganz kleinen Veränderungen weicht die Uniform vom historischen Original ab. Bei der Rekonstruktion war das Schlossmuseum Darmstadt sehr behilfreich. 

In den 80er Jahren wurden dann auf Grund der Uniformierung weitere, sehr schöne Auftritte unternommen, u.a. an die Ostsee, nach Österreich, zur Blumenparade nach Nizza und vieles andere mehr. 

Auch in die Partnerstadt Thouare pfelgt man Kontakt und die Spielleute haben dort an vielen Veranstaltungen teilgenommen. Auch die Verpflichtungen auf Grund der Zugehörigkeit zur Feuerwehr wurden nicht vernachlässigt. Die Homberger waren ständiger Gast bei den Landeswertungsspielen und auch für manches Bundeswertungsspielen konnte man sich qualifizieren. 

Festival of States, USA 1988.
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Auch die deutschen Musikfeste in Trier und Münster brachten sehr schöne musikalische Erfolge. Anfangs der 90er Jahre führten die Veränderungen in musikalischer und organisatorischer Hinsicht dazu, dass man sich als Verein selbständig machte. Man konnte erstmals fördernde Mitglieder aufnehmen und die Finanzen auf eigene Beine stellen. 

Trotzdem sind die Verbindungen zur Feuerwehr nicht abgebrochen, sondern sie wurden durch die Vereinssatzung gefestigt und verbessert. 

Die Spielleute sind deshalb Mitglied in zwei Vereinen und erfüllen auch die Verpflichtungen der beiden Vereine. In den Jahren 1995 bis 1999 konnte man sich in mehreren Wertungsspielen für das Bundeswertungsspielen im Juni 2000 in Augsburg qualifizieren, welches man einem sehr guten Platz und einer Goldmedallie beendete. 

Die Anstrengungen sind stets darauf gerichtet gute musikalische Leistungen zu bringen und stets genügend Nachwuchs zu haben. 

In diesem Sinne wird auch in Zukunft das Spielmanns- und Fanfarencorps eine wichtige Rolle im Homberger Vereinsleben spielen.

Im Laufe der Geschichte des Spielmanns- und Fanfarencorps wurden schon eine Menge Preise gewonnen, doch über eine Auszeichnung konnte sich der 1. Vorsitzende Hans-Joachim Pfeil im Jahre 2009 freuen: Er erhielt für seine Verdienste im Verein sowohl für die Nachwuchsarbeit sowie auch das weltweite Bekanntmachen der Stadt Homberg an der Ohm den Ehrenbrief des Landes Hessen. Überreicht wurde dieser von Landrat Marx im Namen des Ministerpräsidenten Roland Koch. Denn nicht nur hierzulande ist der Verein ein Begriff, sondern man hat sich u.a. auch in Übersee mit seinen ausgezeichneten Auftritten einen Namen gemacht.

Bei der Jahreshauptversammlung 2014 stimmten die Mitglieder über eine Namensänderung ab. Schon seit langer Zeit wurde musikalisch auf ein "Blasorchester" umgestellt. Nun folgte auch endgültige Umstellung beim Namen, so dass der Verein ab nun "Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Homberg/Ohm" heißt.


Diese Vereinsgeschichte wurde geschrieben von Hartmut Kraus.
Alle Angaben ohne Gewähr.



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